Richtfest Heizzentrale - Nahwärme Gössenheim e.G.

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Richtfest Heizzentrale

Bilder Baufortschritt

Vorzeigeprojekt kommt gut voran

Richtfest am Nahwärme-Heizkraftwerk, das über die Region hinaus Beachtung findet
Dass die Nahwärme-Geschichte in Gössenheim eine Erfolgsgeschichte ist, hat sich herumgesprochen, aber mit welcher Dynamik und Geschwindigkeit die Genossenschaft „Nahwärme Gössenheim eG" ihr Fünf-Millionen-Projekt umsetzt, verblüfft selbst Kenner der Materie, angefangen vom Architekten Werner Spahn, bis zu den Handwerksmeistern. Am Donnerstag wurde nun schon das Richtfest des Heizkraftwerks gefeiert.
Am Rande der Feier erinnerte Bürgermeister Theo Gärtner an die Initialzündung im März 2010, als Ratsmitglied Steffen Wetterich vorschlug, in die wegen der Kanalerneuerung offenen Gräben zusätzlich Rohrleitungen zu verlegen, wie sie in Binsfeld Teil einer örtlichen Nahwärmeversorgung sind. Ein Arbeitskreis Energie gründete sich und als Folge daraus, im Juni 2012, die Genossenschaft, der aktuell 207 Mitglieder angehören, die 93 Prozent der Immobilien vertreten. Auch Kirche, Gemeinde und Fußballclub sind dabei.
Der Spatenstich zum Gebäude der Heizzentrale mit hundert Metern Länge, zwanzig Metern Breite und zehn Metern Höhe auf der 2,1 Hektar großen Fläche am Sportgelände hinter der Firma Systec, erfolgte am 1. August 2014. Jetzt ist das Bauwerk mit seinen Lager-, Technik- , Sozial- und Verwaltungsräumen innen bereits verputzt und hat schon ein Dach, weshalb der Richtbaum symbolisch am Haken des Baukrans hing, dessen Betongewichte dem Zimmerermeister Thomas Geßner, Chef der gleichnamigen Firma, als erhöhtes Podium für den Richtspruch dienten. Er ließ den Bauherrn, den Architekten und die Handwerker hochleben und kündigte in Reimform an: „Bald wird hier Energie gemacht, dass das Herz im Leibe lacht."
In den Grußworten dankten Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Gössl und Vorstandsvorsitzender Karsten Heeschen den Planern und Handwerkern und lobten den Gemeinsinn der Dorfgemeinschaft als Grundlage für das visionäre Projekt, das jetzt Wirklichkeit werde.
Bürgermeister Theo Gärtner dankte ebenfalls allen, die zum Gelingen des bisherigen Bauwerks beigetragen haben: „Hier entsteht ein Vorzeigeprojekt, das bald Pilgerscharen anzieht, wie hoch über uns die Ruine Homburg." Nicht nur im Landkreis Main-Spessart sei man neugierig und auch ein wenig neidisch auf das, was derzeit in Gössenheim geschieht. „Wir brauchen deshalb nicht gleich abzuheben, aber ein bisschen stolz dürfen wir doch alle darauf sein, was wir alle gemeinsam geleistet haben."
Nach der Segnung durch Pfarrer Norbert Thoma, der um einen weiterhin unfallfreien Verlauf bat, bestand die Möglichkeit zum Rundgang. Karsten Heese erläuterte die Funktionen des Heizkraftwerks, das in dieser Form ein Unikat ist. Man habe sich zwar ähnliche Anlagen angeschaut, aber zum einen gebe es sehr wenige und dann in kleinerer Form und überhaupt müsse man sich das Wissen selbst erarbeiten, weil es von staatlicher Seite wenig brauchbare, konkrete Hilfestellung gebe.
Künftig werde auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände das Rohmaterial, Polterholz, gelagert, dann verarbeitet und in der Heizzentrale der Rauchgasverbrennung zugeführt. Die sieben Kessel bringen 2,2 Megawatt Heizleistung und ersetzen dadurch etwa sieben Megawatt in den Häusern, erklärte Heeschen, die Stromversorgung ergibt etwa zwei Millionen Kilowattstunden im Jahr. „Somit können wir künftig zu einem unschlagbar niedrigen Preis uns selbst versorgen." Bürgermeister und Vorstandsvorsitzender sind sich einig, jede andere interessierte Gemeinschaft mit ihren Erfahrungen und dem daraus gewonnenen Wissen zu unterstützen.

Main-Post vom 15.12.1014
Ferdinand Heilgenthal

   

 
 
 

Video Richtfest Nahwärme Gössenheim

 
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